Social Media Marketing

Online-Marketing für Getränke: Was wirklich gemacht werden muss

Ein neues Getränk hat ein Problem, das viele andere Produkte nicht haben: Niemand sucht danach. Wer Durst hat, greift zu dem, was er kennt. Wer etwas Neues probiert, hat es vorher irgendwo gesehen. Im Feed, im Regal, in der Hand von jemandem, dem er folgt.

In diesem Artikel zeigen wir, wie wir das Online-Marketing für eine Getränkemarke aufbauen würden. Es ist unsere Empfehlung in zwei Teilen: Erst sorgen wir dafür, dass sehr viele Menschen die Marke in die Hand bekommen. Dann sorgen wir dafür, dass sie sie nicht mehr als Produkt sehen, sondern als Teil von etwas, das sie mögen.

Kleine Marge, günstige Produktion: Genau das ist der Vorteil

Getränke haben pro Einheit meist eine kleine Marge. Das klingt erst mal nach wenig Spielraum fürs Marketing. Die Kehrseite ist aber genauso wichtig: Eine einzelne Dose oder Flasche ist in der Herstellung günstig. Das Produkt selbst ist also das günstigste Werbemittel, das eine Getränkemarke hat.

Ein Plakat, eine Anzeige oder ein Video zeigen ein Getränk. Eine Box mit drei Sorten lässt es probieren. Und wer etwas selbst probiert hat, erzählt anders davon als jemand, der nur eine Anzeige gesehen hat.

Teil 1: Masse, feste Gesichter und Stimmen

500 Boxen an Mikro-Influencer, alle drei Monate

Unsere klare Empfehlung: maximales Mikro-Influencer-Marketing. Konkret heißt das, 500 Boxen mit drei Geschmacksrichtungen an Mikro-Influencer zu schicken und das alle drei Monate zu wiederholen.

Warum so viele? Weil es nicht um den einen großen Post geht, sondern um Masse. Ein Teil der Creator packt die Box vor der Kamera aus, ein Teil zeigt sie in der Story, ein Teil empfiehlt sie Freunden. Jede einzelne Erwähnung ist klein. Zusammen sorgen sie dafür, dass sich eine sehr große Zahl von Menschen mit der Marke beschäftigt, und zwar immer wieder, weil alle drei Monate eine neue Runde kommt.

Ein paar Dinge machen dabei den Unterschied:

  • Die Box selbst ist Content. Sie sollte so gestaltet sein, dass man sie gern auspackt und zeigt. Drei Sorten laden dazu ein, zu vergleichen und einen Favoriten zu küren.
  • Passende Creator statt beliebiger Reichweite. Sport, Gaming, Studium, Büroalltag, Food: Die Auswahl richtet sich nach der Zielgruppe des Getränks.
  • Kein Zwang, aber eine Einladung. Ein persönlicher Brief, ein Hashtag, vielleicht eine kleine Aufgabe. Wer Lust hat, postet. Wer nicht, gibt die Dosen oft trotzdem weiter.
  • Werbung kennzeichnen. Auch wer ein Produkt geschenkt bekommt und darüber postet, muss den Beitrag in Deutschland in der Regel als Werbung kennzeichnen. Ein Hinweis im Begleitschreiben macht es den Creatorn leicht.

10 ausgewählte Influencer, die das Getränk immer dabeihaben

Masse allein baut noch keine Marke. Deshalb kommt eine zweite Ebene dazu: rund zehn ausgewählte Influencer, mit denen die Marke langfristig zusammenarbeitet. Sie bekommen nicht nur eine Box, sondern haben das Getränk einfach immer dabei. Beim Training, im Studio, auf Reisen, am Schreibtisch.

Das wirkt anders als ein einzelner bezahlter Post. Wer seinem Lieblings-Creator über Monate folgt und dort immer wieder dieselbe Dose sieht, verbindet beides miteinander. Ohne dass jemand „Kauf das“ sagen muss.

Podcast-Sponsoring

Die dritte Ebene sind Podcasts. Hier hört die Zielgruppe oft lange und aufmerksam zu, meistens Menschen, deren Meinung sie schätzt. Wenn ein Host erzählt, was er beim Aufnehmen trinkt, oder die Dose im Videopodcast auf dem Tisch steht, ist das keine Unterbrechung, sondern Teil der Sendung.

Teil 2: Kein SEO, sondern Menschen dort ansprechen, wo sie sind

Jetzt wird es vielleicht überraschend für eine Online-Marketing-Agentur: Für eine neue Getränkemarke würden wir SEO, GEO und alles, was mit Suchmaschinen zu tun hat, weitgehend weglassen. Der Grund ist einfach. Kaum jemand googelt ein Getränk, das er noch nicht kennt. Getränke werden entdeckt, nicht gesucht.

Eine saubere, schnelle Website mit Händlerfinder und Kontakt gehört natürlich dazu. Aber das Budget, das andere Branchen in Suchmaschinen stecken, fließt bei Getränken besser in eine zielgruppenspezifische Ansprache. Also dorthin, wo die Zielgruppe ohnehin ihre Zeit verbringt.

Eigener Creator-Content auf TikTok und Instagram

Neben den Influencern produzieren wir eigenen Content für TikTok und Instagram, mit eigenen Creatorn und eigenen Formaten. Lustige Sketche, Sport, Alltag im Büro, Szenen mit Freunden. Formate, die man auch ohne Marke gern anschauen würde.

Drei lachende Männer mit Getränkedosen nach dem Spiel auf einem Padel-Platz
Sport, Freunde, ein gutes Gefühl. Das Getränk ist dabei, aber nicht die Hauptfigur. Foto: Ashford Marx / Unsplash

Der entscheidende Punkt: Das Getränk steht nicht im Mittelpunkt. Es ist da. In der Hand nach dem Training, auf dem Tisch beim Spieleabend, im Kühlschrank im Büro. So sieht die Zielgruppe die Marke nicht als Objekt, das ihr verkauft werden soll, sondern als Teil von etwas, das sie mag.

Für unterschiedliche Zielgruppen entstehen unterschiedliche Formate. Wer Sport macht, sieht Trainings-Content. Wer gern lacht, sieht Sketche. Wer im Büro sitzt, erkennt sich in Szenen aus dem Arbeitsalltag wieder. So spricht die Marke nicht alle gleich an, sondern jede Gruppe in ihrer eigenen Sprache. Wie man solche Videos so aufbaut, dass sie bis zum Ende geschaut werden, haben wir in unserem Artikel über Reels, die man zu Ende schaut beschrieben.

Wie Teil 1 und Teil 2 zusammenspielen

Die beiden Teile verstärken sich gegenseitig. Die Influencer bringen das Getränk zu vielen Menschen. Der eigene Content gibt der Marke eine Persönlichkeit. Wer eine Dose bei einem Creator gesehen hat und danach auf das Profil der Marke kommt, findet dort keine Produktfotos, sondern Videos, die Spaß machen. Und wer zuerst ein lustiges Video der Marke gesehen hat, erkennt die Dose wieder, wenn sie bei einem Influencer auftaucht.

Zwei Männer mit Kopfhörern nehmen in einem hellen Studio an einem Holztisch einen Podcast auf
Podcasts bringen der Marke eine Stimme, der die Zielgruppe ohnehin vertraut. Foto: Austin Distel / Unsplash

Woran wir den Erfolg messen

  • Erwähnungen: Wie viele Creator zeigen die Box, wie oft taucht die Marke in Stories und Posts auf?
  • Wachstum und Interaktion auf den eigenen Kanälen, vor allem gespeicherte und geteilte Videos.
  • Suchen nach dem Markennamen: Kein SEO, aber ein guter Hinweis. Wenn mehr Menschen nach der Marke suchen, wirkt das Marketing.
  • Abverkauf und Händleranfragen in den Regionen, in denen besonders viele Boxen angekommen sind.

Häufige Fragen

Welches Online-Marketing funktioniert für Getränkemarken?

Vor allem Marketing, das Menschen mit dem Getränk in Berührung bringt: Produktboxen an viele Mikro-Influencer, feste Partnerschaften mit wenigen passenden Influencern, Podcast-Sponsoring und eigener Creator-Content auf TikTok und Instagram. Suchmaschinenoptimierung spielt dagegen eine kleine Rolle, weil kaum jemand nach einem Getränk sucht, das er noch nicht kennt.

Warum Mikro-Influencer statt weniger großer Influencer?

Weil ein Getränk in der Herstellung günstig ist und sich deshalb gut in großer Zahl verschicken lässt. Viele kleine Creator erreichen zusammen eine große Masse, und ihre Empfehlungen wirken oft persönlicher. Wiederholt man das alle drei Monate, beschäftigen sich laufend neue Menschen mit der Marke.

Müssen Influencer geschenkte Produkte als Werbung kennzeichnen?

In Deutschland in der Regel ja. Wer ein Produkt kostenlos bekommt und darüber postet, sollte den Beitrag klar als Werbung oder Anzeige kennzeichnen. Am besten weist man schon im Begleitschreiben der Box darauf hin, damit es für die Creator einfach ist, alles richtig zu machen.

Brauchen Getränkemarken SEO?

Eine saubere, schnelle Website mit Händlerfinder und Kontakt sollte es geben. Großen Aufwand für SEO oder GEO würden wir für eine neue Getränkemarke aber nicht empfehlen. Das Budget wirkt in Influencer-Marketing und eigenem Content deutlich stärker, weil Getränke im Feed, im Regal und bei Freunden entdeckt werden, nicht in der Suche.

Fazit

Getränke werden nicht gesucht, sie werden entdeckt. Deshalb setzen wir auf zwei Dinge: möglichst viele Menschen, die das Getränk in die Hand bekommen, und Content, der die Marke zu einem Teil ihres Alltags macht. 500 Boxen alle drei Monate, zehn feste Gesichter, Podcasts und eigene Creator-Formate auf TikTok und Instagram. Nicht laut, aber überall dort, wo die Zielgruppe ohnehin ist.

Du baust eine Getränkemarke auf und willst wissen, wie das für dein Produkt aussehen könnte? Schreib uns. Wir entwickeln mit dir die Box, finden die passenden Creator und produzieren den Content. Mehr zu unseren Leistungen findest du unter Social Media Consulting und Performance Ads.

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